Samstag, 3. Dezember 2016

Glutenfrei und vegan backen

Eine Lebensmittelunverträglichkeit zu haben, ist manchmal richtig nervig. Vor allem in der Weihnachtszeit mit Stollen, Plätzen und Co. könnte man verzweifeln. Ich nasche gern. Aber immer und immer wieder "Tut mir leid, aber das kann ich leider nicht essen" sagen zu müssen ärgert mich und sicher viele andere, die nicht alles essen dürfen. Deswegen gibt es meinen Blog Hummelsüß. Laktosefreie Back- und Kochrezepte, die das Leben mit einer Laktoseintoleranz einfacher machen sollen. Ich bin sehr stolz darauf, dass es immer wieder Leser unter euch gibt, die sich freudestrahlend an mich wenden, weil sie nun bedenkenlos schlemmen können. In den letzten Wochen gab es immer wieder eine Bitte an mich: Könntest du vielleicht mal etwas glutenfreies machen - wegen Weihnachten?!
Na klar! Egal ob Laktose oder Gluten... es findet sich imemr eine Lösung. Diese hier ist wunderbar weihnachtlich:



Apfel-Zimt-Bienenstich Torte - glutenfrei und vegan





Sicherlich stellt sich jetzt bei einigen die Frage, was Gluten eigentlich ist:
Wenn das Getreide vom Keimling zur Ähre wachsen will, braucht es viele Nährstoffe. Diese werden durch das Speicherprotein "Gluten" bereitgestellt. Beim Backen bewirkt das Gluten, das alles zusammenhält. Es ist sozusagen der Backkleber. Einige vertragen das Gluten jedoch nicht. Dann kann es zu heftigen Reaktionen kommen, wie bei der Laktoseintoleranz. Wenn man weiß, was bedenkenlos zum Backen und Kochen geeignet ist, ist es weniger stressig. Glutenfrei sind Mehle aus Buchweizen, Hirse, Amaranth oder Quinoa. Auch Reismehl oder Kartoffelmehl kann man bei einer Glutenunverträglichkeit bedenkenlos verwenden. Damit ein Teig richtig bindet (denn das kann beim glutenfreien Backen manchmal schwierig sein), verwendet man Speisestärke. 





 
























Gerade am Anfang ist es sehr hart seine Lebensgewohnheiten radikal umzustellen, um nicht das ganze Leben mit der Wärmflasche verbringen zu müssen. Viele denken, dass sie das nicht schaffen und das es keine Alternativen gibt. Aber das stimmt nicht! Es müssen nur einige andere Dinge auf dem Einkaufszettel stehen.
Mit meinem Blog möchte ich zeigen, dass die Laktoseintoleranz kein Weltuntergang ist. Auch an Weihnachten kann man schlemmen, schlemmen, schlemmen - und das ohne Bauchweh. Genauso ist es mit der Glutenunverträglichkeit. Mit ein paar Tricks, ist es kein Problem ein besinnliches Fest zu feiern, an dem man sich den Bauch vollschlägt. Nicht verzweifeln - denn dafür ist das Weihnachtsfest viel zu schön und die Alternativen zahlreich. 

Ich hoffe, dass all die, die den Wunsch nach einem glutenfreien Rezept an mich richteten nun ein Lächeln im Gesicht haben. Schnallt die Backschürzen um und greift euch Kartoffelmehl und Speisestärke. Weihnachten 2016 wird ein Gaumenfest - versprochen!

Mit den allerliebsten Grüßen 
Deine Frau Hummelsüß 

PS: Wer sich jetzt fragt, was eigentlich "Bienenstich" ist: Bienenstich bezeichnet eine karamellisierte Mandeldecke für Kuchen und Torten, die mit Honig gemacht wird. Deswegen Bienenstich. Weil diese Torte vegan bleiben sollte, nehmen wir lieber den Agavendicksaft. Schmeckt aber genauso toll :)  






Zutaten
(für ca. 10-12 Tortenstücke)

  • 50g pflanzliche Butter
  • 50g Puderzucker
  • 150g Kartoffelmehl
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 30g Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • eventuell: 1EL Sojajoghurt Natur 

 Für die Füllung
  • ca. 900g säuerliche Äpfel (z.B. Elstar)
  • 225ml Apfelsaft
  • 1 Zimtstange
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Speisestärke

Für die Bienenstich Masse
  • 50g pflanzliche Butter
  • 1 EL Zucker
  • 100g gehobelte Mandeln
  • 2 EL Agavendicksaft


Zubereitung

  1. Aus der Butter in Flöckchen, Puderzucker, Kartoffelmehl, Mandeln, Speisestärke und Salz einen glatten Teig zubereiten. Der Teig ist relativ feucht. Sollte er zu nass sein, noch etwas Kartoffelmehl, oder Speisetärke zugeben. Ist der Teig zu trocken 1 EL Sojajoghurt zugeben.
    Teig in einer gefetteten Springform (18cm Durchmesser) mit hohem Rand zu einem Teig andrücken. Dabei einen hohen Rand ziehen. Für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank geben. 
  2. Ofen auf 175°C, Ober- und Unterhitze vorheizen. 
  3. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und würfeln. In einem Topf mit 175ml Saft, dem Zucker und der Zimtstange aufkochen lassen. Für weitere 2 Minuten köcheln lassen. Restlichen Saft mit der Speisestärke glatt rühren und zu den Äpfeln geben, sodass eine dickliche Masse entsteht.
    Apfelmasse in die Form füllen und für 20 Minuten vorbacken. 
  4. Pflanzliche Butter mit Zucker in einem kleinen Topf solang schmelzen lassen, bis der Zucker aufgelöst ist. Die Mandeln zugeben und kurz umrühren. Den Agavendicksaft dazugeben und kurz erhitzen. Schnell auf die Apfelmasse verteilen und für weitere 30 Minuten backen.
    Herausnehmen und in der Form auskühlen lassen.

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